Geschichte der Augenprothesen

Die ersten Augenprothesen wurden von römischen und ägyptischen Priestern ca. im 5. Jahrhundert vor Christus angefertigt. Sie bestanden aus angemaltem Ton und wurden an Stoff befestigt außerhalb der Augenhöhle getragen.
Etwa 20 Jahrhunderte später fügte man die ersten künstlichen Augen aus Gold oder gefärbtem Email in die Augenhöhle ein. Im späten 16. Jahrhundert wurden in Venedig die ersten Glasaugen angefertigt. Diese waren leicht zerbrechlich, rau und wenig komfortabel zu tragen. Trotzdem wandten die Venezianer diese Art der Herstellung bis Ende des 18. Jahrhunderts an.
Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten deutsche Glasbläser verbesserte Fertigungstechniken, und so verlagerte sich das Zentrum der Glasaugenanfertigung nach Deutschland.

Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts brachte die Entwicklung von medizinischem Kunststoff in Amerika die große Wende von Glasaugen hin zu Kunstaugen aus Kunststoff (PMMA). Die zahlreichen Vorteile von Kunstaugen aus medizinischem Kunststoff lagen auf der Hand, sie wurden während des Tragens nicht rau und unansehnlich, durch Wiederaufpolieren konnten oberflächliche Kratzer beseitigt werden, und es gab keine Angst mehr vor dem Zerbrechen.

Durch Abdrucktechnik der Augenhöhle war es möglich, auch unregelmäßige und komplizierte Formen zu realisieren.
Heute trägt die große Mehrheit von Kunstaugen-Patienten in den USA Kunstaugen aus medizinischem Kunststoff. In Deutschland werden nach wie vor Glasprothesen von Glasbläsern angefertigt. Die Zahl der Kunstaugen-Patienten, die Kunstaugen aus medizinischem Kunststoff tragen, nimmt kontinuierlich zu.